Oberaar 2016 zum Zweiten

Trotz der wunderbaren Bergwelt sehnte ich mich natürlich mehr nach Mineralien als nach Blumen. Mögen diese auch noch so schön sein. Etwa 5m oberhalb des grossen, markanten Steins, etwa 2m nach rechts. Nach einem ersten Schneeloch graben auf die Vermutung hin, dass eben gerade da die Kluft sein könnte erfolgte grosse Ernüchterung. Unter den etwa 150 cm Schnee des vergangenen Winters lag eine 15cm dicke Eisschicht, die den gesamten felsigen Boden überzog.

Keine Chance, die Kluft unter dem Pickelharten Eis zu erkennen. "Ich glaube, die Kluft liegt weiter oben und weiter rechts", glaubte einer meiner beiden Strahlerkollegen. Also wurde dort gebuddelt. Zwar weniger Schnee, aber dennoch dasselbe Bild mit dem darunterliegenden Eis. Und immer noch keine Kluft. Mich ärgerte vor Allem, dass wir im letzten Herbst keine Fotos gemacht hatten, nach denen eine genauere Ermittlung des Kluftstandortes möglich gewesen wäre. Zum Haare raufen. Beim dritten Anlauf , eine gute Woche später, suchte ich anhanden eines ausgedruckten Bildes zwei grosse Steine, nach denen die Kluft eigentlich zu finden sein müsste. Die zwei grossen Steine entpuppten sich schlussendlich als nicht gerade gross, beide etwa nur 30cm…. Wie Bilder lügen können. Oder wie schlecht ich Bilder interpretieren kann. Mit noch 30cm Schnee und trotzdem wiederum 15cm Eis kämpften wir uns dem vermeintlichen Kristallfund entgegen. Das Eis liess sich diesmal einigermassen gut aufpickeln, so dass der darunterliegende Boden freigelegt werden konnte. Und endlich: Die im Herbst 2015 bei Schneefall in den Klufteingang gelegten, jetzt tief festgefrorenen Steine kamen zum Vorschein. Uns blieb an diesem Tag nur noch das Auspickeln der vordersten, festgefrorenen Steine. Kristalle konnten wir aus in diesem Anlauf keine Bergen.

 

Fazit: Wer meint, weiss nicht wirklich. Es gäbe ja auch sogenannte Messinstrumente, mit denen man die Lage der Kluft doch einigermassen genau festhalten könnte. Das machen wir dann (vielleicht) nächstes Mal.