Kurze Tour, lange Tour

Auf dem Grat
Auf dem Grat

Nach einer Schlechtwetterperiode machten sich ein deutscher Kollege und ich auf um im Bächlital unser Strahlerglück zu versuchen. Beim Losmarschieren an der Gerstenegg nieselte es zwar, dem Wetterberichtrzur Folge sollte das nasskalte Wetter schnell einem Sonnenscheitag weichen. Das feuchte Nass vom Himmel wich dann auch bald einem hellen schimmer durch den Nebel, dass irgendwo die Sonne scheinen würde war offensichtlich. Aber leider nicht bei uns. Mit zunehmender Höhe schien der Nebel wieder dichter zu werden und wir versuchten uns bei jedem Anheben der ungeliebten Wetterkapriole wieder in der steinigen Landschaft hinter dem Juchlistock zu orientieren. Ohne etwas Zählbares gefunden zu haben brachen wir die Operation Bächlital relativ früh ab und begaben uns wieder Richtung Tal.

Eine ganz andere Dimension erreichte schliesslich eine spätere Tour Oberaar - Tierberg - Unteraar - Hospiz. Mit Ausgangspunkt Staumauer Oberaar begaben wir uns Richtung vorderen Tierberg auf dessen Westseite eine steile Rinne hinauf zum Grat führt. Diese schien uns gangbar, was nicht heissen soll, dass es ein Spaziergang wurde. Auf dem Grat angekommen zeigte sich uns ein Wunderbares Panorama auf den Unteraargletscher. Der Abstieg durch die Nordseite hatte es in sich wie auch der noch hart gefrorene Firnschnee auf dem steilen Gletscher unterhalb. Auf einem Nollen auf 2800müM lachten und einige Kristalle entgegen die wir nicht verachten konnten und nach einer Pause die wir natürlich mit grübeln nutzten entschlossen wir uns den Weg in die Unteraar unter die Füsse zu nehmen. Dass unsere "Wanderung" schlussendlich bis zum Grimsel Hospiz führen würde hatten wir am Morgen beide kaum geahnt. Wir konnten froh sein keine grösseren Funde gemacht zu haben. Hundemüde und ausgelaugt waren wir froh den Zündschlüssel unseres Autos drehen zu können, anstatt noch weiter laufen zu müssen.

Die beiden Touren hätten unteschiedlicher nicht sein können: Im Nebel marschierten wir Luftlinie etwa 5 km, beim Oberaarwackel betrug die direkte Marschdistanz gegen 15 km. Beide Varianten haben eine Gemeinsamkeit: Man unterhält sich, man lernt sich besser kennen, man teilt die Freude über den "schönen" Tag und man kann am Abend auf eine Erfahrung mehr zurückblicken.